Weihnachtsstern-Ausstellung im Palmenhaus (Schönbrunn)
Der Weihnachtsstern -
Poinsettia
(Euphorbia pulcherima)
Weihnachtssterne sind Pflanzen aus der Familie der Wolfsmilchgewächse -
EUPHORBIACEAE. Der weiße Milchsaft kann unter Umständen, wie bei anderen Arten
dieser Familie auch, zu Hautreizungen und vereinzelten allergischen Reaktionen
führen. Außerhalb der Pflanze gerinnt er zu weißem Latex. Im Vergleich zu
anderen Wolfsmilchgewächsen, die hochgiftig sind, ist der Weihnachtsstern
angeblich nicht gefährlich für den Menschen, bei Haustieren wie Hunden oder
Katzen kann es nach Aufnahme aber zu Vergiftungen, Erbrechen und auch zum Tod
führen.
Weihnachtssterne zählen zu den Kurztagspflanzen. Das bedeutet, daß das vegetative Wachstum bei einer Tageslänge von mehr als 12 Stunden erfolgt. Die Blütenbildung setzt jedoch erst bei einer Tageslänge unter 12 Stunden ein. Dieser Umstand erklärt, warum Weihnachtssterne in unseren Breiten etwa um die Weihnachtszeit blühen.
Der Naturforscher Alexander von Humboldt brachte den Weihnachtsstern von seiner Amerikareise erstmals nach Europa. In der Natur wächst der Weihnachtsstern strauchartig und wird in seiner Heimat einige Meter hoch. Den Namen Euphorbia erhielt die Gattung nach Euphorbos, der Leibarzt des Königs Juba von Mauretanien war. Der Artname pulcherima stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "sehr schön". "Poinsettia" geht auf den am. Botschafter in Mexiko, Robert Poinsett zurück. Er hat die Pflanze zu Beginn des 19. Jh. nach Amerika gebracht.
Von den etwa 2000 Arten von Euphorbien ist der Weihnachtsstern in unseren Breiten wohl die bekannteste Art. Ursprünglich in Mexiko und Mittelamerika beheimatet, wurden Weihnachtssterne um das Jahr 1800 nach Europa eingeführt. Bei den Azteken sollen Weihnachtssterne schon um 1400 als Zierpflanzen bekannt gewesen sein. Diesem Volk galt der Weihnachtsstern als Symbol der Reinheit.
Der Durchbruch des Weihnachtssternes als attraktive Topfpflanze erfolgte in Europa erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die eigentlichen Blüten des Weihnachtssternes sind unscheinbar, den Schmuckwert erzielen die auffälligen Hochblätter. Die Blüten, deren Nektar eine sehr hohe Zuckerkonzentration besitzt sind unscheinbar und klein und werden in den Heimatländern von Kolibris bestäubt. Dort wird sie auch "Stern der Azteken" genannt. Zahlreiche Legenden ranken sich um die Pflanze, eine davon ist die vom Azteken-Herrscher Montezuma, dessen Lieblingsblume sie war, aus dem Grund, weil ihre kräftig rotgefärbten Hochblätter aus den Herz-Blutstropfen einer unglücklich verliebten Göttin der Azteken entstanden seien. Auch in Europa kennt man diese Legende. Eine andere berichtet, daß ein kleines Mädchen am Weihnachtsabend nichts hatte, das sie in der Kappelle in die Krippe Jesu legen konnte. So nahm sie einen kleinen Strauß aus Feldblumen und legte ihn unter Tränen und Entschuldigungen in die Holzkrippe. Doch kaum lagen die Gräser darin, wurde daraus ein Strauß mit tiefroten Blüten. Es wurde als Wunder gefeiert und seitdem nennt man sie "Flores de Noche Buena" - "Blumen der Heiligen Nacht", da sie jedes Jahr zur Weihnachtszeit blühten.
