In Memoriam

Auf dieser Seite erinnere ich mich auf sehr persönliche Art und Weise einiger meiner Lieblingsmusiker und -komponisten.

George Harrsion (1943 - 2001) Michael Kamen (1948 - 2003)
Freddie Mercury (1946 - 1991)
Jerry Goldsmith (1929 - 2004)
 


 

GEORGE HARRISON
(24.02.1943 - 29.11.2001)

Er ist immer mein Lieblingsbeatle gewesen, der Mann mit den wunderschön braunen Augen und der sanften Stimme. Obwohl im elterlichen Plattenschrank auch die Alben der Wings, Ringo Starrs und John Lennons standen, wurden doch die LPs von George Harrison sehr viel öfter gespielt. Einen großen Anteil daran hatte, als ich im Alter von 6, 7 bewußt anfing, Musik zu hören, sicherlich die sanfte Stimme, aber auch die Gitarre, die George Harrison wie kein anderer spielte, "gently weeping" eben, faszinierte mich.

Das erste Poster, an das ich mich in meinem Leben erinnern kann, stammt von George Harrison vom Album "All Things must pass". Mein Vati hatte es abfotografiert und selbst (hey, das war 1970!!!), auf Posterformat vergrößert. Es starrte mich also ein etwas unheimlich anmutender Waldschrat an, wenn ich die Bodenkammer betrat. Aber Angst hatte ich irgendwie keine...

Die Stücke, die er für die Beatles schrieb, waren sanfter, irgendwie ausgeglichener als die weltberühmten Songs des Gespanns Lennon/McCartney: ob nun "Something" oder "I need you" vom 1965er Album HELP! - seine Stücke unterschieden sich genauso wie die Stücke des vierten im Bunde, Ringo, immer von allen anderen Liedern auf einem Beatles-Album. Auch nach dem Ende der Beatles blieb George Harrsion sich selbst und seiner Musik treu und es folgten ehrgeizige Projekte wie das 1971er "Concert for Bangla-Desh", bei dem er die Größen der damaligen Zeit, unter ihnen Eric Clapton und Bob Dylan, auf die Bühne brachte, um für die Ärmsten der Armen zu sammeln, die nach einer politischen Eskalation und lang andauernden Regenfällen auf eine humanitäre Katastrophe zusteuerten. Sein Freund Ravi Shankar bat ihn um Hilfe und in 5 Wochen stellte George Harrison das größte Konzert des Jahrzehnts und das erste "Live-Aid"-Konzert in der Geschichte auf die Beine. 40.000 Menschen waren am 01.02.1971 im Madison Square Garden in New York und bekamen ein Konzert der Extra-Klasse geboten.

Der "Hare krishna"-Touch ist mit der Musik George Harrisons ebenso verbunden wie seine unvergleiche Art, Gitarre zu spielen. Auf vielen Alben findet sich dieser indische Einfluß wieder, bis zum Ende war dieser Glaube ein wichtiger Anker im Leben des Musikers, der ihm und seiner Familie durch schwere Zeiten half. So kämpfte er seit den späten 90er Jahren gegen den Krebs in seinem Körper, zuerst als Kehlkopfkrebs, später mit einem Tumor im Gehirn.


Wenn ich heute "George Harrison" höre, dann denke ich zuallererst an ein Album der Traveling Wilburys (v.l.n.r.: G. Harrison, Jeff Lynne, Tom Petty, Roy Orbison, Bob Dylan.) Damals als "Newcomerband des Jahres" gefeiert, hatten sich fünf "alte Hasen" in einem Schuppen zusamengesetzt und angefangen zu klampfen und einfach so entstehen wunderschöne Lieder - mit purer Lust an handgemachter einfacher Musik, fünf Männer mit fünf Gitarren, die so harmonisch zusammenklingen, als hätten sie ihr Lebtag nichts anderes gemacht.

Seine Firma "Handmade Films" sollte ursprünglich nur den Monty-Python Film "Das Leben des Brian" finanzieren, nachdem die eigentlichen Geldgeber ausgestiegen waren, aber die Firma entwickelte sich und brachte weitere erfolgreiche Filme heraus wie zum Beispiel "Nonnen auf der Flucht" mit Eric Idle und Robbie Coltrane aus dem Jahre 1990 oder den Insidertip "Time Bandits".



Beim "Concert for George", das am 29.11.2002, genau ein Jahr nach seinem Tod also, in der Londoner Royal Albert Hall stattfand, konnte man lauter alte Bekannte sehen und Altbekanntes hören, als Freunde der Harrisons, darunter Jeff Lynne, Eric Clapton, Tom Petty, Paul McCartney, Ringo Starr und Ravi Shankar, gemeinsam mit George und Olivias Sohn Dhani die Musik eines der charismatischsten Musikers des 20. Jahrhunderts spielten.

 

Es gibt so viel mehr, was ich noch über George Harrison schreiben könnte, aber wen ich neugierig machen konnte auf einen außergewöhnlichen Menschen, dem seien folgende Alben ans Herz gelegt - und all das, was ich hätte sagen können, könnt Ihr selbst erleben.

 
The Dark Horse Years 1976 - 1992 (2004)
enthält insgesamt 7 Musik-CDs und eine DVD mit allen Videos aus der Dark-Horse-Zeit. Die Alben: Live in Japan 1990, feat. Eric Clapton, 2CD; Gone Troppo; Somewhere in England; George Harrsion; Thirty Three & 1/3; Cloud Nine.
All Things must pass (1970)
Die CDs mit den Zwergen. ;o) Enhält sehr indisch-lastige Stücke, darunter das ehemals sehr umstrittene "My sweet Lord" und "Awaiting on you all", aber auch absolute Perlen wie z.B. "Beware of Darkness" und das wunderschöne Dylan-Cover "If not for you".
Brainwashed (2002)
Ein kraftvolles Album voller runder Songs. Produziert von G.Harrison zusammen mit Jeff Lynne und Georges Sohn Dhani, die auch beide auf dem Album mitwirken. Anspieltips: Der Opener "Any road" und "Pisces Fish".

 

"And if you don't know where you're going - Any road will take you there"

 


 

Freddie Mercury
(05.09.1946 - 24.11.1991)

Ein Freund von mir hat einmal gesagt: Queen ist keine Band, sondern eine Institution. Als 80er-Jahre Teenie mit Eltern, die auch sehr viel Rockmusik im Plattenschrank stehen hatten, kannte ich natürlich die Band Queen. Meine ersten Queen-Platten waren die beiden unvergeßlichen Alben "A night at the opera" und "A day at the races", ich klatschte und stampfte den Rhythmus von "We will rock you" und bekam Gänsehaut bei "White queen". Später mit Highlights wie "A kind of magic" oder "The miracle" fand ich es sehr aufregend, wie aus der Glamour-Rockband eine Gruppe wurde, die für Weiterentwicklung und Zusammenhalt stand. Jedes Album von Queen hat seine Einzelerfolge, und die Bandmitglieder betonten auch immer wieder, daß jeder von ihnen mindestens einen Nummer 1-Hit für die Gruppe geschrieben hat.

Aber das war nicht alles; Roger Taylor sagte in einem Interview: "Wir haben alle unsere Soloprojekte gemacht, sind unsere eigenen Wege gegangen. Aber wenn wir mit Queen wieder im Studio waren, war es wie Nachhausekommen, wir alle kehrten zurück zu Mutter."

Eines hat man, wie ich finde, immer hören können: seine Stimme hat bis zum Schluß auf keiner Aufnahme etwas von seiner langen und sicher auch schmerzhaften Krankheit verraten, obwohl zum Schluß nichts mehr von dem stattlichen Mann übrig war, der er in den 80ern war, leuchteten doch seine Augen immer noch und war sein Lebenswille ungebrochen; nur den engsten Freunden und Verwandten hatte er sich anvertraut, wie man später erfuhr. Am 25.11.1991 hörte ich am morgens im Radio, gerade beim Wachwerden und noch im Bett liegend, daß Freddie Mercury in der vergangenen Nacht gestorben war. Obwohl lange bekannt war, wie es um ihn stand, traf mich die Nachricht unglaublich hart und an diesem Tag war ich wie vor den Kopf gestoßen und weinte sehr viel.

Ein Verabschieden von Freddie Mercury wird es für mich aber nie geben, denn seine Musik und damit seine Lebendigkeit wird immer da sein. Mit dem eingangs erwähnten Freund besuchte ich 1993 ein Brian-May-Konzert. Als Brian alle aufforderte, gemeinsam mit ihm für Freddie "Love of my life" zu singen, gab es nicht ein Paar Augen im Konzertsaal, das trocken blieb. Man konnte das, was Freddie Mercury für alle im Saal bedeutet hat, fast sehen. Für mich, die ich leider nie ein Queen-Konzert besucht habe, war das das Ergreifendste, was ich jemals erlebt habe.

Meine Lieblingsstücke aufzuzählen... nein, wirlklich nicht. Es gibt einige Stücke, die ich weniger mag als andere, aber tolle Stücke, die mir vielleicht deswegen so gut gefallen, weil sie nicht bei jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit rauf- und runtergenudelt werden. Zu meinen liebsten Stücken gehören u.a. "Princes of the universe", "A hard life" und "Nevermore / A fairyteller's masterstroke", aber auch die frühen Stücke wie "The Prophet's song". Natürlich sind auch bei den wirklich erfolgreichen welche dabei, die ich sehr liebe, wie z.B. "Hammer to fall" oder "Somebody to love". Auch seine Solo-Stücke mag ich sehr gern, allen voran "I was born to love you" und natürlich die Hymne "Barcelona", die er gemeinsam mit seiner guten Freundin Monserrat Caballé aufgenommen hat.

Im Londoner Wachsfigurenkabinett "Madame Tussaud's" hat man ihm ein Denkmal der ganz besonderen Art geschaffen: eine Gedenksäule in der typischen Pose.


 


 

MICHAEL KAMEN
15.04.1948 - 18.11.2003

Über das Leben von Michael Kamen kann ich nicht viel sagen, aber seine Musik mag ich sehr gerne.  Zu meinen liebsten Soundtrack-Alben gehören allen voran natürlich "The Three Musketeers" von 1993 mit einer hochkarätigen Besetzung und grandioser Musik. Das Stück "All for one" mit Sting, Rod Stewart und Bryan Adams führte wochenlang sämtliche Bestsellerlisten an. Aber auch der Soundtrack insgesamt ist wundervoll, farbenfroh und einfach - gut!

Seine Soundtrack-Liste liest sich wie eine Kino-Hitliste: "X-Men" (2000), 4x "Lethal Weapon" und 3x "Die Hard" , "Robin Hood: Prince of thieves", "Don Juan des Marco" (1995), "Last Action Hero" (1993) ... allesamt große Kinoerfolge mit Starbesetzung und einer erstklassigen Musikuntermalung. Gigantisch war auch die Filmmusik zum ersten Teil von "Highlander" (1986). Ein Soundtrack-Album der etwas anderen Art, wie auch der Film ein außergewöhnlicher Film ist, war "What Dreams may come" von 1998, mit Robin Williams in der Hauptrolle. Auch einer meiner Lieblingsfilme überhaupt, "Splitting Heirs" von 1993 mit Eric Idle, John Cleese und Rick Moranis in den Hauptrollen, wurde von Michael Kamen musikalisch untermalt.

Bekannt geworden ist M. Kamen auch gerade in den letzten Jahren durch seine orchestrale Umsetzung von Metallica-Stücken auf dem Album "S&M". Obwohl ich ein großer Metallica-Fan (naja, bis auf das letzte Album) bin und auch Michael Kamens Musik sehr gerne höre, fand ich die Kollaboration nicht so gelungen und kann daher auch nicht verstehen, wie viele diese überladen arrangierten Stücke den brachialen (oder ganz simplen) Originalen vorziehen. Aber im Schrank steht sie natürlich trotzdem. ;o) Aber live gesehen habe ich S&M nicht, die einzige Station in Deutschland war in Berlin und mir eindeutig zu weit weg. (Hätte ich damals gewußt, daß es meine letzte Chance sein würde, Michael Kamen einmal live zu sehen, wäre ich wahrscheinlich trotzdem hingefahren.) Aber nicht nur für Metallica hat Michael Kamen Abstecher in die Pop/Rock-Musik gemacht, auch für Eric Clapton und Pink Floyd hat er den Taktstock geschwungen. Für letztere arrangierte und dirigierte er 1982 beim Film "The Wall".

 

 


 

 

Jerry Goldsmith
(10. 02.1929 - 21. 07. 2004)

Ich persönlich verbinde mit Jerry Goldsmith natürlich vor allem die Musik zu den Star Trek-Serien "The next generation" und "Voyager" (wofür er mit einem Emmy als beste Filmmusik ausgezeichnet wurde) sowie zu den Filmen mit der Crew der Next Generation. Meine liebsten sind hierbei "Star Trek: First Contact" und der folgende, "Star Trek: Insurrection". Aber auch so viele andere Filme, die brillant musikalisch untermalt sind, tragen Goldsmith' Handschrift, so z. B. "First Knight" (Der erste Ritter, 1995) mit Richard Gere und Sean Connery, "The Burbs" (Meine teuflischen Nachbarn, 1989) mit Tom Hanks oder "Gremlins" (1984). Ein weiterer meiner Lieblingsfilme wurde ebenfalls mit seiner Musik untermalt, nämlich "Innerspace" (Die Reise ins Ich, 1987) mit Dennis Quaid, Meg Ryan und Martin Short. Seine Liste von 'Credits', was die Filmmusik angeht, ist ellenlang, sie umfaßt bei der größten Datenbank dieser Art, IMDB (Internet Movie Database) weit mehr als 300 Einträge. Bemerkenswert: von 2000 bis 2004 komponierte er die Fanfare für die jährlich stattfindende Oscar-Verleihung. Weitere Highlights seiner Soundtrack-Liste beinhalten z.B. die Musik für die "Alien"- und die "Rambo"-Filme und die Serienmusiken zu Klassikern wie "The Waltons" oder "Anna and the King" (Anna und der König von Siam, 1972) mit Yul Brunner in der Hauptrolle. Im Juli 2004 starb Jerry Goldsmith im Alter von 75 Jahren an Krebs.
 


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