Unser (größerer) Mikey

Anfang September 2006 hatte Alien die Idee, ihrer Oma zum Geburtstag ein Mikeyportrait mit Rosen zu schenken. Ja sicher, genau meine Baustelle - aber die Vorgaben waren ganz schön hart: schau in die Kamera, lächle, friß die Deko nicht. Mann, so viele Dinge, die es auf einmal zu beachten galt.  Zuerst, mit irgendwelchen künstlichen Rosen, hatte ich überhaupt keinen Bock auf niedliche Posierbilder. Ich meine: Hey, ich bin schließlich auch echt, oder? Aber ich muß zugeben, die echten Rosen schmeckten halt dann auch gut. Am Ende jedoch hat sich die Plackerei wirklich gelohnt, für Alien UND für mich!

Ständig werfen Alien und Jester irgendwelche Sachen hinaus auf das Feld oder in einen Tümpel - und wer soll die Dinge immer wieder zurückholen? Na klar, ich! Eine Weile macht das ja auch Spaß, vor allem, wenns beim Abliefern dann ein Leckerli gibt. Nach einigen Runden allerdings finde ich irgendwo anders etwas viel Interessanteres - oder will das Spielzeug, vor allem, wenn es noch neu ist, gar nicht mehr hergeben, nicht für alle Belohnungen der Welt. Sollen die ihre blöden Spielsachen doch selber holen. Das hab ich schon im letzten Herbst rausgefunden. Ich gehe lieber baden oder schwimmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt... und die ergibt sich öfter, als die Chefs das für möglich halten. Wie heißt es so schön: Platz ist in der kleinsten Pfütze.
Und irgendjemand hab ich mal sagen hören: Nur ein dreckiger Retriever ist ein richtiger Retriever. Na also, dann mache ich doch alles richtig!

Sehr lustig geht es bei uns zu, wenn Alien ihre aktuellen "ich mach was mit meinen Tieren"-Einfälle hat. Dann ist keines der Haustiere vor ihr sicher: ob sie nun die Hamster oder die Meerschweinchen für die Weihnachtskartenmotive in Szene oder die Agamen kurzerhand in ein Osternest setzt: langweilig ist es nie. Und mich kann man natürlich sowieso ganz toll herausputzen.
(Anmerkung: für diese Bilder werden keine Tiere gequält. Wer nicht kooperiert, kriegt keine Belohnung... so einfach ist das. Und es gibt immer ganz besonders LECKERE Belohnung! Ich hatte schon immer das Glück, wirklich handzahme Haustiere zu haben, die (fast) alles mit sich machen lassen.)


März 2007: Auch im Alter von 11 Monaten ist Mikey ein verspielter Kerl, selbst wenn er mittlerweile schon über 40 kg auf die Waage bringt und wirklich alles andere als "klein" ist; das durchschnittliche Stockmaß für einen Rüden seiner Rasse hat er hinter sich gelassen und es sieht auch so aus, als würde er noch immer wachsen. Gut so, wir wollen schließlich einen Hund und kein Sofakissen, das bellt! Seine liebste Beschäftigung neben dem Schlafen ist es, an uns herumzukauen. Da ist er nicht zimperlich und nimmt, was er kriegen kann: Hände, Ellbogen, Füße und Beine. Sein natürlicher Feind ist immer noch der stumme Zwilling, der hinter der Scheibe des Backofens wohnt...
Mikeys Lieblingslied ist die Titelmelodie der Fernsehserie Lois & Clark. Woher ich das weiß? Nun, nur dieses Stück animiert ihn zum Singen aus vollem Halse - einfach nur herrlich!

Ja, singen kann ich echt gut. Bellen mag ich nicht so gerne, nur diesem Blödmann im Backofen, dem sag ich schon mal anständig die Meinung. Ansonsten bin ich wirklich ganz lieb und nett, verliebe mich nicht in jedes Bein, das gerade herumsteht und höre aufs Wort. (Ja klar... und der Mond ist grün!)

Auf jeden Fall bin ich der Allerschönste weit und breit, dagegen können noch nicht mal Alien und Jester was sagen:

Auf den nächsten Bildern gebe ich ALLES. Für diese wundervolle Pose haben Alien und Jester eigens ein Wort erfunden. Was ich da mache, nennen sie "Extrem-Fledermausing". Unter uns: Menschen sind SO leicht zu manipulieren. Sie können mich eine halbe Stunde oder noch länger ignorieren, aber sobald ich mich auf den Rücken drehe und ansetze zum Extrem-Fledermausing, kommen sie sofort herbei und kraulen mich und schon stehe ich wieder im Mittelpunkt. Und warum das so heißt? Wilder Gesichtsausdruck, spitze Ohren: das kann doch nur eine Fledermaus. Oder, naja, vielleicht noch ein Flughund. Liegt es am Ende doch an den Genen?


August 2007: Mittlerweile ist Mikey ausgewachsen - und auch schon ein Held. Eines Vormittags bekam ich im Büro einen Anruf aus der Tierklinik von einer sehr besorgten Sprechstundenhilfe. Wir hätten doch Mikey mal in die Blutspendekartei aufnehmen lassen - ob er denn grad "könne"? Ich konnte nicht, also mußte der Chef von der Arbeit fort und mit dem Hund zum Tierarzt. 500ml hat er gespendet und damit, wie sich später herausstellte, einem Schäferhundwelpen das Leben gerettet, der ausgelegten Rattengiftköder gefressen hatte. Anscheinend führt das bei Hunden (keine Ahnung, ob auch bei Ratten) zur Blutverdünnung und so brauchte der Kleine dringend Blut. Was kann einem da besseres passieren als einen 42kg-Brocken anzuzapfen? Meine Güte, stellt Euch mal vor... für die Menge braucht man zwei Dutzend Pudel... Naja, jedenfalls hat die ganze Aktion Mikey nicht weiter beeindruckt, aber wir sind natürlich mächtig stolz! Am Abend gabs dann zur Belohnung eine kleine Dose Aufbaufutter (mit Thunfisch, lecker!), nicht, daß es die gebraucht hätte, aber inhaliert wurde das gute Zeug selbstverständlich trotzdem.

So, und hier noch einige der Millionen Fotos, auf denen ich immer super aussehe, das versteht sich wohl von selbst.

Seit Sommer 2008 habe ich übrigens eine eigene Kutsche mit einem JS (Jester-Stärke)

Im Oktober 2008 zog noch ein zweiter Hund bei uns ein... als ob ICH nicht genug wäre: hübsch genug, haarig genug, dreckig genug und, ja, ich gebs zu, verfressen genug. Aber die Chefs machen das echt gut und ich muß sagen, ich fühle mich nicht benachteiligt oder so. Und der Schönste bleib ich eh.

Eins will ich der schwarzen Fellbeule, die Bootsmann heißt, aber noch sagen: so schön posieren wie ich kannst Du nicht, das geht nur, wenn man nicht so hibbelig und quirlig ist! Das kann man nicht lernen, das muß einem einfach gegeben sein. Zu Weihnachten, mit Kleinkindern und vor allem zu Zeiten der Fußball-EM.
Es ist einfach nicht jedem vergönnt, so mit der Kamera zu spielen...

 


Die zweite Blutspende gab Mikey im November 2007. Dabei ging es um einen schon relativ alten Cockerspaniel, dem ein Großteil der Milz entfernt worden war; und die Ärtze wollten auf jeden Fall den Hund "retten", da er wohl nach dem Tod des Ehepartners ein wichtiger Halt im Leben einer älteren Dame geworden war. Die dritte Blutspende gabs im Mai 2009: diesmal gings um einen West Highland-Terrier, dem ein Teil der Leber herausgenommen worden war. Auch wenn Mikey mehr Haare als sonst, dafür aber weniger Blut lassen mußte, haben die gezapften 300ml hoffentlich ein Hundeleben gerettet. Vielen Dank an Jan für die moralische und tatkräftige Unterstützung. :) Und als Belohnung gabs diesmal sogar ZWEI Sachen: da er die angebotene Handvoll Leckerlis verschmähte (wie immer nach einer solchen Heldentat), bekam er einen neuen Seilknoten zum Spielen und wir eine neue Fellbürste. Und bereits auf der Fahrt nach Hause im schicken Auto war bereits alles wieder vergessen!

 

2010

                                             

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